Warum „die Neue“ sich bedeckt hält

By medienbuerohamburg

Seit Anfang August verstärke ich das Medienbüro-Team in Hamburg – höchste Zeit, unserem Blog wieder Leben einzuhauchen, denn ohne neuen Input ginge er ein.

Kein Schreiberling hat Lust, sich Arbeit mit Beiträgen zu machen, wenn den Kram schließlich niemand liest. Andererseits lesen Tagebücher – im Idealfall – ja auch nie Dritte. Das ist bei vielen intimen Gedanken besser so. Ich werde keine Bloggerin sein, die ihr Innerstes nach Außen kehrt. Das überlasse ich Leuten, die im Internet jedem x-Beliebigen das eigene Privatleben präsentieren.

Immer wieder bin ich erstaunt über Freundinnen (ja, es sind insbesondere Frauen), die Fotos der Familie, ihre Telefonnummer etc. auf Portalen wie Facebook oder mein-VZ veröffentlichen. Hallo?! Ihr würdet doch in einem Club auch nicht jedem Kerl eure Nummer geben. Geschweige denn Details über die Familie verraten. Nun erspart ihr den Typen eine schlechte Anmache und garantierte Abfuhr – sie können sich schon im Netz eure Nummer und private Infos heraus suchen. Wann Oma Trude ihren 80. feierte und dass Onkel Klaus betrunken im Gartenbeet landete, erfährt alle Welt auf Profilen im Netz. Das erste Foto des frisch geborenen Neffen Tom oder die Ansicht des aktuellen Formhochs (oder –tiefs) der Bikinifigur – kaum ein intimes Thema bleibt verborgen.

Auf der eigenen Profilseite fühlt sich der User von heute anscheinend trügerisch geborgen. Die Option, die zumindest fremde Surfer von der eigenen Seite ausschließen könnte, aktivieren viele Leute gar nicht erst. Andererseits macht das oft sowieso keinen Unterschied, wenn man die Beliebigkeit der „Freundeslisten“ bedenkt. Nicht nur auf Portalen wie dem „schülerVZ“ ist es angesagt, so viele Leute wie möglich in der Sparte „Freunde“ zu verzeichnen. Augenscheinlich hat der Betroffene dann ja – oft um die 300 – Freunde in der Stadt und ist verdammt beliebt. Selbst wenn ein User in solch einem Fall die Option „Fotos dürfen nur Freunde ansehen“ nutzt, können Unbekannte Einblick in das Privatleben erhalten.

Da halte ich es als Bloggerin lieber altmodisch:
Ich hauche diesem Blog Leben ein, indem ich das Leben um mich herum beschreibe. Andere dürfen sich mir gerne offenbaren. Was mich selber angeht, werde ich mich eher bedeckt halten.

3 Antworten zu „Warum „die Neue“ sich bedeckt hält“

  1. FischersFritze sagt:

    Hast ja gar nicht meinen Namen rausgekriegt!

    Heiße ja gar nicht Fritzi, sondern FischersFritze!
    Ha: Konntest also nicht richtig lesen und abschreiben?
    Ich schon: Journalistin mit Namen amh? Macht sich schlecht, spricht sich schlecht, lernt sich schlecht!

    - Ob Oma Trude im Gartenbeet landet oder Onkel Klaus seinen 80. feiert, das ist doch viel interessanter als die Tatsache, dass du Journalistin bist und das Medienbüro Hamburg verstärkst.

    Du hältst dich bedeckt: Na, es müssen nicht immer Nacktfotos sein, die du beschreibst. – Aber was kannst du denn sonst über die Mädchen (Frauen) schreiben? Oder die über sich selbst? Ginge das ohne Langeweile? Und was ist so eindeutig privat, was „geschäftlich“ – oder wie sollte man das Nichtprivate nennen?

    Das wüsste gerne
    FischersFritze

  2. amh sagt:

    Hallo Fritzi,

    raten soll niemand, wer ich bin, und als Journalistin darf mein Name in der Öffentlichkeit stehen. Aber nicht diverse Insider über privatere Dinge. Das ist doch ein großer Unterschied.

    Wie schön, dass wir uns bereits kennen gelernt haben! Wie habe ich bloß deinen Namen rausgekriegt?

    amh

  3. FischersFritze sagt:

    Tjaaa, liebe amh,

    dass du deinen Namen, Adresse, Telefonnummer, Foto schützen willst, das kann ich ja vielleicht verstehen: Aber wie kommt es dann, dass du das alles auf der website deiner Organisation veröffentlichst – und allzu viel raten muss man dann nicht, wenn man dein Kürzel amh vergleicht mit den dort veröffentlichten Namen und dem Text hier und dort.

    Was macht man denn nun, wenn man doch bekannt werden will als Textautorin oder was auch immer, aber seinen Namen, Adresse usw nicht veröffentlichen will? Ich wüsste nach deinem Schrieb oben keine Lösung: Du weißt sie offenbar, indem du das Gegenteil tust von dem, was du rätst: Was ist dieses Widerspruchs Lösung?

    Ach, ich würde dich ja so gerne einmal kennen lernen, aber das ist mir dank deiner Vorsicht offiziell verwehrt – oder warst du schon zu unvorsichtig?

    Schönen Gruß von FischersFritze, dessen Namen bestimmt niemand rauskriegt: Warum eigentlich nicht?

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